| Freundeskreis Eisenbahn Köln e.V. | ![]() |
Die Jungfernfahrt des ersten Luxuszuges der damaligen Deutschen Reichsbahn mit dem Namen "Rheingold" fand am 15. Mai 1928 von Hoek van Holland nach Basel statt. Der Name "Rheingold" allein hat schon etwas Mystisches und sollte an die Nibelungensage erinnern.Die gehobene Ausstattung der Salonwagen war in erster Linie für gut betuchte Passagiere bestimmt. Für seine erste Fahrt benötigte der Rheingold elfeinhalb Stunden. 28 Mann Personal verwöhnten die Passagiere in der 1. und 2. Klasse. 26 Salonwagen in den Farben Violett, Elfenbein und Gold sowie 3 Gepäckwagen gehörten zum Wagenpark des Rheingold-Zuges, der in Köln stationiert war. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges endete bereits die erste Rheingold-Ära.
Anfang der sechziger Jahre bot die Deutsche Bundesbahn mit dem neuen "Rheingold" einen eleganten und bequemen, zugleich aber auch modernen Reisezug in den Außenfarben Blau und Elfenbein, ab 1965 in Rot und Elfenbein, an. Eine besondere Attraktion waren die beiden doppelstöckigen Wagen in der Zugmitte, vor allem der auch "Dome-Car" genannte Aussichtswagen mit gläserner Aussichtskuppel, und der Speisewagen mit doppelstöckigem Küchenbereich. Aber auch die Sitzwagen (bequeme, großzügige Abteil- und Großraumwagen) ließen eine genussvolle Reise mit Ausblick auf die Burgen und Weinstädte entlang der berühmten Rheinstrecke zu.
Ende der siebziger Jahre kam mit den Intercity-Zügen, die auch einen hohen Reisekomfort boten, eine starke und vor allem schnelle Konkurrenz auf. Die Deutsche Bundesbahn ersetzte 1976 den Aussichtswagen im Rheingold durch einen TEE-Barwagen, und versuchte 1983 mit einem neuen Konzept und einem Flügelzug nach München mit dem "Rheingold-Clubwagen" den Betrieb des Rheingold zu retten, leider vergeblich. 1987 endete der Betrieb des Rheingold-Zuges bei der Deutschen Bundesbahn wegen unzureichender Auslastung.
Inzwischen haben Eisenbahnfreunde, für die der historische Aspekt wichtiger ist als das Tagesgeschäft, einige der originalen Rheingold-Wagen der Bauarten 1928 und 1962 erworben und restauriert. Mit diesen Wagen lassen sie bei Sonderfahrten das Flair romantischen Reisens wieder aufleben.